Brechen wir aus! - Die Geschichte einer polnischen Jüdin in Innsbruck
Deine Mutter steigt in den Zug. Viele sind zuvor schon in diesen Zug gestiegen und niemand kam je zurück. Sie weiß das und hat beschlossen, dir noch einmal das Leben zu schenken.
So beginnt die Geschichte der Jüdin Leokadia Justman, die gemeinsam mit ihrem Vater der Deportation und dem Warschauer Ghetto entkommt. Unter falscher Identität kommen sie in Innsbruck unter, bis sie schließlich denunziert und verhaftet werden. Aus dem Polizeigefängnis gibt es meist nur einen Weg: Den Zug ins KZ. Und so beschließt Leokadia: "Brechen wir aus!"
Ungemein eindringlich und gleichzeitig fesselnd ist die Geschichte der polnischen Jüdin, die der 4c in der Sonderausstellung "Leokadia Justman - Brechen wir aus" im Landhaus erzählt wird. Nachbildungen von Häusern, Videos von Nachkommen, Fotos, Infotafeln und ein interaktiver Stadtplan, der mit Personenkarten zum Leben und Schauplatz erweckt wird, laden zur Auseinandersetzung mit dem Geschehenen ein und helfen, die Rollen unterschiedlicher Beteiligter zu verstehen.
Und letztendlich wird der Fassungslosigkeit, der Unbegreiflichkeit, die die Nazizeit wohl in allen von uns zurücklässt, ein Plädoyer entgegengestellt, das uns nicht machtlos lässt: Leokadia hat überlebt, weil andere ihr geholfen haben. Es ist an uns, hinzuschauen, mutig zu sein und zu handeln, zu helfen. Es ist an uns, Mensch zu sein und Mensch sein zu lassen. Wir haben die Macht, wir haben die Wahl.